Bienen-Multi-Kulti zerstört genetische Diversität
Seit ca. 9 Millionen Jahren besiedeln Honigbienen der Spezies Apis mellifera unseren Erdball, genauer gesagt die westlichen Teile der “Alten Welt”: Europa, Afrika und das westliche Asien. Ausgehend vom Evolutionszentrum, das wohl im subtropischen Zentralasien zu suchen war, machte sich Apis mellifera auf den Weg, um die genannten Gebiete zu erobern. Zeitgleich begab sich ihre Schwester, Apis cerana, auf eine ganz ähnliche Reise, um das östliche Asien zu besiedeln.
Beide Arten entwickelten während ihrer Jahrmillionen dauernden Existenz ganz verschiedenartige Populationen aus, die sich in den unterschiedlichsten klimatischen und geografischen Gefilden behaupten mussten: es entstanden die Unterarten. Allein in Europa sind dies mindestens 9 Unterarten der Apis mellifera, auch Subspezies genannt: die Mellifera, die Carnica, die Macedonica, die Iberica, die Sicula, die Adami, die Ligustica, die Cecropia und die Cypria. Die Darstellung der natürlichen Unterarten der Honigbiene erfolgt auf der ersten Grafik oben rechts.
Die zweite Grafik darunter zeigt die heutige Verteilung der Honigbiene und ihre genetische Zusammensetzung in den jeweiligen natürlichen Ursprungsgebieten. Sie macht das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich, der wir heute gegenüberstehen: von sämtlichen ursprünglich einheimischen Unterarten existieren nur noch genetische Restbestände; die Masse aller Honigbienen besteht aus Hybriden, aus Mischlingen also mit anderen Unterarten, mit Hochzuchtbienen, mit gebietsfremdem Material. Manche Unterart ist akut vom Aussterben bedroht: die Dunkle Biene Zentraleuropas, die Sizilianische Biene, die Zyprische Biene, die kretische und die syrische Biene. Und manch eine gilt bereits als ausgerottet, wie beispielsweise die maltesische Biene.
Diese Entwicklung ist keineswegs natürlichen Ursprungs. Schuld an der Ausrottung der natürlichen Unterarten ist der Imker. So wie der Mensch sich zur Krone der Schöpfung aufgeschwungen hat, so sieht sich der Imker als Gott und Herrscher über die Bienen, über “seine” Bienen. Weiterlesen ‘Das Ende der biologischen Vielfalt’